Welche amerikanische Großstadt liegt Hawaii am nächsten? Richtig, Los Angeles mit immerhin “nur” 5 1/2 Stunden Flugzeit. Und wo ich schon mal für längere Zeit hier bin, warum sollte ich nicht auch die Gelegenheit wahrnehmen und für ein paar Tage nach Hawaii fliegen? Da leider niemand anderes Zeit oder Geld hatte, bin ich alleine für 4 Tage auf die Hauptinsel Oahu geflogen. Mein Hotel lag im Touristenzentrum Waikiki von Honolulu, wo ein Hotelhochhaus neben dem anderen steht. Ich bin mittags angekommen (dank 3 Stunden Zeitverschiebung zu LA, nach Deutschland sind es 12) und bin mit meinem Mietwagen vom Flughafen ins Hotel gefahren, was keine Viertelstunde gedauert hat. Nach dem Einchecken habe ich erstmal Waikiki und den so berühmten Strand angeschaut. Hier wimmelt es nur so von Touristen und es it kaum ein Platz am Strand zu finden, um sein Handtuch auszubreiten. Auch im Wasser drängeln sich die Schwimmer und Surfer. Nachdem ich dann doch einen freien Platz am sehr schmalen Strand gefunden hatte (nichtmal 10m ist hier der Strand breit), konnte ich erstmal für ein ein paar Minuten die Sonne genießen, bis eine hohe Welle mein Handtuch und mich überspült hat. Toller erster Eindruck vom Hawaiianischen Pazifik

An den nächsten drei Tagen bin ich immer recht früh aufgestanden, um nicht den Rythmus von Los Angeles zu verlieren und weil ich auch am Montag um 7:00 morgens zur Lost Offroad Tour abgeholt wurde und dafür fit sein wollte. Die Tour ging 5 Stunden mit einem Hummer und 4 anderen Lost-Fans vorbei an unzähligen Film-Locations (Jurassic Park, Pearl Harbor, 50 erste Dates, Ich, Du und der Andere…) und natürlich an die Schauplätze der besten Fernsehserie überhaupt: Lost! Die meiste Zeit sind wir über eine private, riesengroße Ranch gefahren, auf der die meisten Drehorte zu finden waren. Ohne die Tour hat man hier keinen Zutritt, alleine deshalb hat es sich schon gelohnt. Auch die grandiose Landschaft von Hawaii hätte ich ohne die Tour nicht so richtig zu sehen bekommen. Die 139 Dollar waren eine gute Investition
Und unser Tour-Führer, auch ein absoluter Lost Fan, konnte so viele Details erzählen und hat immer wieder interessante und freakige Diskussionen zur Serie gestartet.

Alleine bn ich längere Zeit an der Nordküste unterwegs gewesen und ich bin sogar für fast 2 Stunden einen einsamen Pfad an der Küste entlang gewandert. Im Winter ist der North Shore das Surfer Mekka der Welt, aber momentan im Sommer sind hier keine 20m Wellen mehr. Die Nordküste ist aber trotzdem sehenswert, vor allem weil es hier alles viel “ländlicher” zugeht als im hektischen Honolulu, das mich sehr stark an Los Angeles erinnert hat. An der Nordküste findet man traumhafte Strände, die zwar nicht alle so einfach zugänglich sind, aber durch Tipps im Internet findet man die öffentlichen Zugangswege. Auf Hawaii gibt es keine Privatstrände, jeder hat das Recht rund um die Inseln an den Strand zu gehen. Und weil das manchmal nur durch versteckte Pfade zwischen den Häusern geht, ist man mit etwas Glück ganz alleine am Strand, so wie ich an meinem letzten Tag. Ich hatte den ganzen Strand für mich alleine, nur im Meer sind einige Schildkröten geschwommen und auch kurz immer mal wieder an Land gekommen. Natur pur!
Dank meines Reiseführers war ich bestens informiert, wo es was auf der Insel zu sehen gibt. So war ich am letzten Tag auf dem Diamond Head Crater, einem erloschenen Vulkan. Hier kann man einen recht steilen Pfad einige Kilometer hochwandern und oben angekommen hat man einen tollen Ausblick über Honolulu. Und einen kleinen Kindheitstraum konnte ich mir auch verwirklichen: auf der Dole Plantation (die Firma, die Ananas und andere Früchte in Dosen verkauft) gibt es das größte begehbare Hecken-Labyrinth der Welt! Aber schon beim reingehen bekommt man eine Karte, falls man den Weg nicht mehr findet. Das macht das ganze etwas weniger spannend, toll war es trotzdem.

Die 4 Tage Hawaii haben sich auf jeden Fall gelohnt, die Insel und ihre Strände sind traumhaft schön, fast noch besser als Laguna Beach
Laut Reiseführer soll man sich auch die anderen Inseln anschauen, aber dazu hat meine Zeit und das Geld nicht mehr gereicht. Trotzdem war es ein super Erlebnis. So nah war ich noch nie am Äquator und auch noch nie so weit weg von Deutschland (mehr als 12.000 km, als quasi auf der anderen Seite der Welt). Das Wetter hat auch gut mitgespielt, am Meer war es fast immer sonnig, nur teilweise etwas bewölkt. Im Inselinneren fangen sich die Wolken an den hohen Bergen und daher kam es auch öfters zu Regen, der mich aber nicht gestört hat, weil ich das Gebiet nur durchfahren habe. Mit dem Auto ist die Insel sehr bequem und schnell zu erkunden, in nur 40 Minuten kommt man vom südlichen Honolulu an die Nordküste. Wer also einmal mit dem Gedanken spielt nach Hawaii zu fliegen: tut es auf jeden Fall! Ihr werdet es nicht bereuen